Lampenfieber oder Angst vorm Auftreten?

Aktualisiert: 29. Jan.

Hat ja auch sein Gutes. Glauben Sie mir.



Ein bisschen Lampenfieber tut ja gut! Es spornt an und macht uns bewusst, dass wir uns gerade in einer besonderen Situation befinden.

Aber was wenn es überhandnimmt? Was wenn es die Freude auf das Bevorstehende verdirbt oder einen erhofften Erfolg schmälert? Wer kennt die Auftrittsängste nicht? Schauspieler kennen sie, Musiker, Menschen, die vor anderen Reden müssen, man hat sie vor Prüfungen und vor Vorstellungsgesprächen. Schlagartig überkommt einen die Angst vor Kontrollverlust, die Hände schwitzen, das Herz schlägt schneller, man kann nicht mehr richtig atmen, der Mund trocknet aus u.v.m. In einer mehr oder weniger intensiven Form kennen wird das Gefühl alle.

Aber wovor haben wir denn diese Angst? Darum, weil wir uns vor anderen präsentieren und deshalb ihrer Kritik ausgesetzt sind. Es handelt sich also um eine Bewertungsangst, einen Bewertungsstress.


Aber warum muss ich vor der Kritik anderer so eine Panik haben, dass meine Kontrolle über meine Körperfunktion beeinträchtigt wird?

In der Psychologie sucht man die Wurzeln dieses Verhaltens im Bauplan des Menschen. Ich stehe einem anderen gegenüber: ist er ein Freund, ist er ein Feind? Flucht oder Kampf? Das ist eine uralte Reaktion unserer Psyche, die früher unser Überleben sicherte. Das Stammhirn will durch eine Art Mobilmachung dabei helfen, lebensbedrohliche Situationen zu überstehen. Ein sehr sensibler Seismograf reagiert in unserem Gehirn und schickt die Meldung: Fluchtvorbereitung! Körper und Geist sind sich aber nicht einig. Der Körper will fliehen, das Gehirn verhindert es. Und da tritt die Verwirrung ein, die unsere Fähigkeiten blockiert, es sind die normalen physiologischen Symptome, die wir bei Auftrittsängsten kennen. Auch wenn wir sie gerne loswerden würden: so betrachtet ist Angst in erster Linie ein wichtiges Gefühl, das uns schützt, denn sie setzt ein, wenn wir uns bedroht fühlen. Das Herz schlägt schneller, damit mehr Blut in die Muskeln kommt, es bereitet sich energetisch zur Flucht oder zum Kampf vor.

Aber vor Auftritten? Einen wirklich plausiblen Grund, vor Präsentationen oder ähnlichem Angst zu entwickeln, die uns vor Gefahren schützt, gibt es nicht. Mit Sicherheit wir niemand von den Zuhörern mit einer Keule auf uns einschlagen, auch andere physische Gefahren sind sehr unwahrscheinlich und von einem Bewerbungsgespräch, das in einer Prügelei endete, habe ich noch nie gehört. Physische Gefahr droht keine, aber wohl psychische. Die Persönlichkeit kann leiden, man könnte lächerlich wirken, zum Gespött werden oder ich kann enttäuschen und das Lampenfieber verhindert meine Karriere und mehr. Und letzen Endes will sich jeder von seiner besten Seite präsentieren. Niemand will als Mittelmaß gelten.


Fazit


Zum Glück gibt es mittlerweile eine breite Palette an Maßnahmen, die zur Optimierung des Lampenfiebers bzw. der Auftrittsängste eingesetzt werden können. Dazu zählen selbstreflexive Ansätze, mentale Techniken sowie körperorientierte Ansätze wie Atem- und Entspannungsübungen. Lampenfieber ist ein Teil unseres Lebens und kann, wenn es richtig gehandhabt wird, in positive Energie umgesetzt werden. Es kann als positive Energie genutzt werden. Dann wirkt es wie ein Aufputschmittel, es steigert die Leistung, setzt Energie frei und steigert die Konzentration.